Montevideo
| Ciudad Vieja (Altstadt) |
Gegründet zwischen 1724 und 1730, ließen sich hier zunächst erste Siedler aus Buenos Aires und von den kanarischen Inseln nieder. Die Stadt wurde in quadratischen Blöcken (cuadras), mit Straßen im Nordost-Südwest-Verlauf in rechten Winkeln erbaut und mit einer umfassenden Stadtmauer versehen. Die Zitadelle der Stadt befand sich an der heutigen Westseite der Plaza Independencia, wo heute noch das große Tor und einige Reste der Stadtmauer zu besichtigen sind.
Hier beginnt der Ciudad Vieja (Altstadt) genannte Teil Montevideos. Auf etwa einem Quadratkilometer reihen sich hier Museen, historische Gebäude, bedeutende Plazas und Parks aneinander und erzählen die frühe Geschichte der Stadt. Die Fußgängerzonen Peatonal Pérez Castellano, Peatonal Sarandí und Peatonal Bacacay bieten Möglichkeiten für Einkaufsbummel und entspanntes Kaffeetrinken. Besonders bekannt und sehenswert ist der im Nordosten der Ciudad Vieja gelegene Mercado del Puerto (Hafenmarkt). Dieses gegenüber dem Zollamt und dem heutigen Fährhafen gelegene ehemalige Lagerhaus aus dem Jahr 1865 bietet heute eine breite Auswahl an gastronomischen Spezialitäten der Region. Vom typischen Rindfleisch vom Grill bis hin zu Fisch- und Meeresfrüchtevariationen, in einfachem bis luxuriösem Ambiente werden dem Besucher hier alle erdenklichen Gaumenfreuden geboten.
In den Jahren 1832 bis 1836 wird die sogenannte Neue Stadt (Ciudad Nueva) Montevideos errichtet, die sich von den Grenzen der Ciudad Vieja bis zur Straße Ejido zieht. Im Gegensatz zur Altstadt, herrschen hier nun breite, mit Bäumen gesäumte Straßen und Avenidas vor, wo wichtige Geschäfte und pompöse Privatresidenzen ihren Platz finden. Die wichtigste Straße der Ciudad Nueva, die Avenida 18 de Julio, an der sich auch heute noch die meisten Sehenswürdigkeiten dieses Stadtteils aneinanderreihen, mußte allerdings bis zu Beginn des 20. Jh. auf ihre Bedeutung als Hauptachse des Geschäfts- und Soziallebens der Stadt warten. Heute befindet sich hier ein Großteil der Hotels und bedeutenden Geschäfte Montevideos, sowie eine große Auswahl an gastronomischen Angeboten.
Montevideo ist außerdem Heimat verschiedener kultureller Highlights, wie z.B. des vierzig Nächte dauernden Karnevals im Februar und März, der in seiner Musik und seinen Kostümen die Einflüsse verschiedener Kulturen zeigt. Besonders bekannt sind die "Llamadas", pompöse Umzüge voll Klang und Farbe, in denen mit großen Trommeln das musikalischen Erbe der afrikanischen Sklaven präsentiert wird. Montevideo bietet das ganze Jahr über kulturelle Events aller Art, von Theateraufführungen über Museumsausstellungen bis hin zu Tangofestivals. Besonders nennenswerte Museen sind beispielsweise das Museo del Gaucho und das Estadio Centenario, Sitz der ersten Fußballweltmeisterschaft im Jahr 1930, welches von der F.I.F.A. zum Weltfußballmonument erklärt wurde.
Den Badefreunden unter den Besuchern bietet Montevideo verschiedene Strände, so zum Beispiel die im Sommer recht viel besuchten Playa Carrasco im Osten und die Playa Pocitos nah des Zentrums der Stadt.
Im Hafen Montevideos findet der Besucher ein Denkmal mit dem Anker des deutschen Kampfschiffes "Graf Spee", welches 1939 vor Punta del Este von drei britischen Kreuzern überrascht und in der "Schlacht vom Río de la Plata" besiegt wurde. Die "Graf Spee" erbat daraufhin Asyl in Montevideo, wo sie ihre Verletzten von Bord brachte und ihre Toten begrub. Nach den vereinbarten 72 Stunden, die der Mannschaft für Reparationen gewährt wurden, verließ das Schiff am 17. Dezember den Hafen Montevideos und wurde vor den erstaunten Augen der Menge auf Befehl seines Kapitäns in die Luft gesprengt und vor der Hafengrenze der Stadt versengt.
Montevideo kann der Besucher per Flugzeug - mit Zwischenstop z.B. in Buenos Aires - oder per Schiff von Buenos Aires aus erreichen. Ein Schnellboot benötigt etwa 3 Std. von der uruguayischen in die argentinische Hauptstadt. Montevideo eignet sich außerdem hervorragend als Ausgangspunkt für weitere Erkundungen Uruguays. Colonia del Sacramento liegt nur 160 km entfernt und ist damit auch als Tagesausflug zu empfehlen. Die sogenannte Costa de Oro (Goldküste) mit ihren weitläufigen und teils vielbesuchten Stränden beginnt östlich der Stadt und zieht sich etwa 70 km am Río de la Plata entlang, was sie zu einem idealen Tagesausflugsziel macht.
©Copyright 2007-2013 ATIVO GmbH® . Alle Rechte vorbehalten.
